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Herzlich Willkommen bei der Forstbetriebsgemeinschaft Vorderes Kinzigtal
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Neuigkeiten

Bericht: FBG Vorderes Kinzigtal und FBG Durbach auf gemeinsamer Lehrfahrt 2017

Die gemeinsame Lehrfahrt der beiden Forstbetriebsgemeinschaften Vorderes Kinzigtal und Durbach stand in diesem Jahr unter dem Motto „Alternative Baumarten zur Risikominimierung“. Insgesamt 45 Teilnehmer machten sich bei herrlichem Wetter mit dem Bus in Richtung Süden auf. Vorbereitet und geführt wurde die Lehrfahrt von unserem Privatwald-Forstrevierleiter Josef Nolle. Ziel der Reise war zum einen der Stadtwald Freiburg und sowie der Lilienhof am Kaiserstuhl. Nachdem der Vorsitzende Hubert Vogt (Durbach) und der stellvertretende Vorsitzende Bernhard Heid (VoKi) die Teilnehmer begrüßt hatten, konnten alle Teilnehmer auf ein interessantes Programm gespannt sein.

Aufgrund verschiedener Faktoren (z.B. Klimawandel) droht dem Waldbesitz der Verlust von verschiedenen heimischen  Baumarten. Forstleute und Waldbesitzer machen zwangsläufig die Erfahrung, dass standörtlich passende heimische Baumarten immer knapper werden so ist die Berg- und Feldulme bereits weitgehend verschwunden, die Flatterulme ist bedroht. Bei der Roterle gibt es regional Wurzelpilzprobleme mit einer Phytophtora-Art. Selbst die Stieleiche zeigt, wie wir aus der Zeit um die Jahrtausendwende wissen, schon jetzt periodisch durch Klimaextreme und Massenauftreten von Blattfraßgesellschaften ausgelöste Schwächungen bis hin zum Absterben. Weitere gefährliche Schädlinge stehen vor der Tür. Sollten Triebsterben resistente Eschen übrig bleiben, bildet für diese eine bereits im Gebiet um Moskau eingeschleppte asiatische Prachtkäferart eine erneute starke Bedrohung. Ziel aller Rekultivierungen von Flächen, die wegen den genannten Risiken geräumt werden müssen, kann nur die Begründung baumartenreicher Mischbestände zur künftigen Risikominimierung durch Risikostreuung sein. Eingeführte Baumarten spielen dabei bisher in den Überlegungen vieler Waldbauer aber nur eine geringe Rolle, auch wenn zunehmend Fragen nach geeigneten Baumarten gestellt werden. Ein breites Praxiswissen über die Möglichkeiten solche Baumarten anzubauen fehlt weitgehend.

Vor diesem Hintergrund war die erste Anlaufstelle die „Schwarzwaldmetropole" Freiburg, genauer gesagt der ca. 5200 ha große Stadtwald Freiburg. Im südlichsten Stadtteil Günterstal liegt mit einer Fläche von 100 ha auf einer Höhe von 290 bis 430 m ü. NN ein Arboretum, welches ein integraler Teil des Stadtwaldes und Teil des Revieres Günterstal ist. Begrüßt und geführt wurden die Teilnehmer durch den städtischen Revierleiter Klaus Echtle, welcher das Revier schon viele Jahre betreut und selbst aus der Ortenau stammt. Das Arboretum dient der forstwirtschaftlichen Ausbildung, der Erweiterung der biologischen Kenntnisse der Allgemeinheit und der Erholung. Hinzu kommen die Suche nach Baum- und Straucharten, die für die Forstwirtschaft und für weitere Nutzung geeignet sind.

Zurzeit hat das Arboretum einen Bestand von über 1300 verschiedenen heimischen und fremden Baum- und Straucharten aus fünf Kontinenten. Erschlossen ist es durch zwei Rundwanderwege, an denen man auch einige Besonderheiten wie den Urweltmammutbaum, die schuppenrindrige Tanne, den Ginkgo und die Langlebige Kiefer findet.

Es werden auch Baumarten vorgestellt, die unter dem Hintergrund des anstehendes Klimawandels als Alternative zu den bisherigen Baumarten gelten: Tulpenbaum, Platane, Lindenblättrige Birke und Baumhasel.

Einer der Höhepunkte im Stadtwald Freiburg war der Besuch des höchsten Baumes Deutschlands. Eine sich im Revier befindende Douglasie ,„Waldtraut vom Mühlwald“, wurde 2008 als der höchste amtlich vermessene Baum  Deutschlands registriert. Sie wurde 1913 als dreijährige Pflanze an den jetzigen Standort gesetzt und hat somit ein Alter von über 100 Jahren. Ihre Höhe betrug zum Zeitpunkt der Vermessung 63,33 m, ihr Stammumfang am Fuß 300 cm. Sie verwies damit eine Douglasie aus Eberbach im Odenwald mit 61,60 m auf den zweiten Platz. Der Baum wächst durchschnittlich 30 cm pro Jahr. Im August 2013 wurde vom Vermessungsamt die aktuelle Höhe mit 65,61 m ermittelt.

Nach einem zünftigen Mittagessen auf dem Martinshof in Ihringen a.K. stand der Besuch des Forstlichen Arboretums Liliental auf dem Programm. In diesem Kleinod am Kaiserstuhl wachsen vor allem botanische Raritäten. Fachkundig geführt wurden die Waldbesitzer durch zwei Mitarbeiter der Forstlichen Versuchsanstalt. Das ca. 80 ha umfassende Gelände dient mit seinen Versuchsflächen, Plantagen zur Saatgutgewinnung und einem Arboretum der Forstwissenschaft. Es ist unter anderem für seinen 1,2 ha großen Wald aus Riesenmammutbäumen und seine über 20 geschützten heimischen Orchideenarten bekannt. Hinzu kommt, dass Ihringen klimatisch als der wärmste Ort Deutschlands gilt.

Eine der größten Attraktionen des Lilientals ist wie bereits beschrieben der Wald aus Mammutbäumen (Sequoiadendron giganteum). Mammutbäume sind in Kalifornien an den Westhängen der Sierra Nevada heimisch, wo sie bis zu 3000 Jahre alt und 100 m hoch werden. Die Samen für die Mammutbäume des Lilientals stammen direkt aus Kalifornien. Sie wurden 1956 im Stuttgarter Fasanengarten angesät. Vier Jahre später wurden sie dann auf einer Fläche von 1,2 ha im Liliental ausgepflanzt und sind seitdem prächtig gewachsen. Schon 1992 waren die Bäume im Durchschnitt 22 m hoch. Einige Exemplare mussten sogar schon entnommen werden, um Platz für die anderen zu schaffen. Inzwischen sind die Bäume noch deutlich höher und umfangreicher geworden.

Wie bereits erwähnt gedeihen im Liliental etwa zwanzig verschiedene Orchideenarten. Seit der Umwandlung des Lilientals zu einem forstwirtschaftlichen Versuchsgelände nimmt die Zahl und Vielfalt der Orchideen stetig zu. Sie wachsen vorwiegend auf den Trockenrasen, die von reichlich Sonne beschienen werden. Ihre Blütezeiten liegen von Mai bis August. Die Standorte der Orchideen werden immer erst nach ihrer Blütezeit gemäht und gemulcht, damit sich die Orchideen frei entfalten können. Durch die Mulcharbeiten werden die Samen der Orchideen verbreitet, was ihnen die Vermehrung erleichtert.

Nach einem langen Tag mit vielen Eindrücken ging es dann mit dem Bus zurück in die Ortenau. Bei einem zünftigen Abschluss in einer Vesperstube in Schwaibach bedankten sich die Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaften bei dem Organisator Josef Nolle  für den eindrucksvollen Tag. Viele  Informationen konnten mitgenommen werden und so freuen sich die Teilnehmer schon auf die nächste Lehrfahrt im Jahr 2018.